Geschichte:

Jahr

Einwohnerzahl

1551 21
1764 14
1834 101
1939 120
2002 75
Für Sornitz, südöstlich von Lommatzsch gelegen, wurde erstmals 1696 ein amtssässiges Rittergut erwähnt. Die Herrschaft übte Erbgerichtsbarkeit aus. Nachweislich gehörte der Ort 1334 zum Amt Meißen, Supanie Soppen. Seit 1696 unterstand Sornitz dem Erbamt Meißen. Im Jahr 1843 lag es im Zuständigkeitsbereich des Amtes Meißen. Seit 1856 unterstand es dem Gerichtsamt Meißen und ab 1875 der Amtshauptmannschaft Meißen. Das frühere Vorwerk in Sornitz gehörte ursprünglich zum Kloster St. Afra in Meißen. Später wurde die Familie von Wildberg als burggräflicher Vasall damit beliehen.

Im 15. Jahrhundert ging es in den Besitz der Familie von Nischwitz über. Im 17. Jahrhundert ging das Lehen zurück an den Landesherren und anschließend an die die Herren von Wehlen. Im Jahr 1738 schenkte Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen seinem Günstling Ferdinand Gerhard von Wehlen die Fasaneriegerechtigkeit zum Gut. Im 19. Jahrhundert gelangte das Rittergut an die Familie von Zehmen. Um 1860 war Friedrich August Ludwig von Zehmen auf Schleinitz und Petzschwitz Herr auf Sornitz. (www.sachsen.de)

Flurkarte von 1907
Das Rittergut hat sich auf Kosten von Bauerland entwickelt und erweitert. Von der 92 ha großen Dorfflur besaß um 1900 das Gut allein 80ha. Bei der Bodenreform wurde diese Fläche in 13 Neubauerstellen aufgeteilt. Das Herrenhaus stammt aus dem 16.Jahrhundert.
1945 wurde ein Turm zugunsten eines angebauten Stalles abgebrochen, der andere verlor die Haube. Gewölbe und auch Schießscharten blieben erhalten. Ein Pfeiler mit ionischem Kapitell im engen Treppenhaus steht unverändert. Die ehemalige Wasserfläche rings um das Anwesen ist schon lange zugeschüttet.

1334 wird Sornitz als Surnewicz zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die altsorbische Entsprechung bedeutet Mühlort. An eine Wassermühle an der Einmündung eines linksseitigen Rinnsals in den Käbschützbach erinnert heute nur noch ein Wohngebäude.

Schloss um 1900

Partie von Sornitz

JOHANN FRIEDRICH NAGEL Waldheim 1765 - 1825 Meißen Über den Künstler ist kaum mehr bekannt, als daß er eine Ausbildung zum Landschaftsmaler an der Dresdner Akademie unter J. B. Theil absolvierte, der wie sein Schüler auch ab 1793 an der Porzellanmanufaktur tätig war. Nagel wurde von Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen gefördert, indem dieser ihm Studienreisen nach Italien ermöglichte. Für den preussischen König Friedrich Wilhelm II. fertigte Nagel 1788 eine Serie von Gouachen unter dem Titel "Sammlung aller schoenen und merkwürdigen Parthien in saemmtlichen Koenigl. Preussischen Staaten" an. Die vorliegende, in zarter ausgewogener Farbigkeit ausgeführte Gouache verrät das Können eines Feinmalers, welches für einen Porzellanmaler charakteristisch ist. (Quelle: www.lot-tissimo.com)
Partie von Sornitz bei Meißen von Johann Friedrich Nagel (www.artnet.com)

Schmalspurbahn:

1909 nahm die als Rübenbahn konzipierte Schmalspurbahn Lommatzsch - Meißen-Triebischtal den Betrieb auf. Die Bahn wurde später auch für Personenverkehr und für den Transport von Steinen aus den angrenzenden Steinbrüchen genutzt. Sornitz liegt zwischen den ehemaligen Bahnhöfen Käbschütz und Leutewitz. Dort sind die Bahnhofsgebäude noch erhalten und werden von Vereinen genutzt. 1966 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs auf der Schmalspurbahn; 1972 wurde schließlich auch der Gütertransport eingestellt und in den Folgejahren die Gleise abgebaut.

Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gleisbett ein Rad- und Wanderweg durch das romantische Käbschütztal.
[TODO: Bild vom Bahnhof Käbschütz]

Schmalspurbahn vor der Kulisse des Steinbruchs zwischen Sornitz und Leutewitz (1972)

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